„Mein Chinabild – gestern, heute, morgen“ – 25 Jahre S&P China

Alumni des S&P Programms vor dem Bundestag

25 Jahre Stipendienprogramm Sprache und Praxis China (S&P). So oder so sind 25 Jahre eine lange Zeit. Die jüngsten Stipendiatinnen waren noch nicht einmal geboren, als der erste Jahrgang 1996 in Peking landete. Doch gerade im Kontext des modernen Chinas sind 25 Jahre ein Quantensprung. Und so war ein großer Teil der Jubiläumsfeier dann auch dem Austausch von Erfahrungen und Eindrücken über Generationen hinweg gewidmet. Abseits davon wurde der Blick auch auf Gegenwart und Zukunft gerichtet, mit einer Liste prominenter China-Kenner und Vertreterinnen aus der Politik.

Die Feier fand am Wochenende des 9. bis 11. September statt, bezeichnenderweise auch das diesjährige Datum des Mitherbstfestes. Dieses ist im chinesischen Kalender direkt nach Neujahr der wichtigste Feiertag des Jahres.

Passend zum Mitherbstfest gab es angepasste Mondkuchen

Der Auftakt erfolgte am Freitag im ganz großen Rahmen mit geladenen Gästen aus Reihen des DAAD und Bundestagsabgeordneten. Die hybride Veranstaltung wurde von Armin Reinartz, Leiter der Abteilung „Europäische und internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Dr. Kai Sicks, Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienst und Isabell Weber, Präsidentin Alumniverein SP China Alumni e.V. (Jahrgang 21) eröffnet.

Isabell Weber, Präsidentin des Alumnivereins, bei ihrem Grußwort

Einblicke in ihr individuelles Chinabild trugen unsere Alumni, Ralph Koppitz (Jahrgang 1), Prof. Dr. Iris Belle (Jahrgang 8), Jörg Höhn (Jahrgang 10), Kevin Strassmeir (online aus China, Jahrgang 18) und Mona Fromm (Jahrgang 24) stellvertretend für ausgewählte Jahrgänge bei.

Fachlich war einiges an Inhalten geboten, wobei Politik angesichts der sich in den letzten Jahren schnell wandelnden Beziehungen und sich überschlagender Ereignisse eine große Rolle spielte. Unter anderem wurde die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deutsch-chinesischer Beziehungen mit im anschließenden Panel diskutiert. Das Podiumsgespräch „China – kennen, können, mögen“ mit MdB Gyde Jensen (FDP), MdB Dr. Ingeborg Gräßle, CDU/CSU, MdB Kai Gehring (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Sigrun Abels (TU Berlin, Chinazentrum), Ruth Schimanowski (DAAD-Außenstelle Peking, Jahrgang 4) und Sandra Schulze, (BerlinPartner, Jahrgang 13) wurde moderiert von Finn Mayer-Kuckuk (Redaktionsleiter China.Table).

Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion

Samstag und Sonntag richteten sich dagegen an Alumni und insbesondere Vereinsmitglieder zum gemeinsamen Diskutieren, Austauschen und Wiedersehen. Hier war es durchaus eindrucksvoll zu sehen, wie eng der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe der Alumni bei S&P China ist, sodass oft Stipendiaten aus den 90er Jahren noch in regem Austausch mit Neuzugängen sind.

Als geladene Gäste waren am Samstag Dr. Christine Althauser (Generalkonsulin a.D. derBundesrepublik Deutschland in Shanghai), Prof. Dr. Kristin Shi-Kupfer (Lehrstuhl für gegenwartsbezogene Chinawissenschaft / Schwerpunkt Digitale Medien, Universität Trier), Carsten Senz (Vice President Corporate Communications Huawei) und Wolfgang Hirn (Herausgeber Newsletter Chinahirn, Bestsellerautor)  vertreten und boten somit als Experten aus verschiedensten Feldern, eine Vielfalt an Perspektiven.

Der Vorstand des Alumnivereins mit den Sprechern und geladenen Gästen am Freitag

Unter anderem wurden die Bedeutung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine für das Dreieck China – Russland – Europa und natürlich die Schwierigkeiten eines echten (sprich persönlichen) Austauschs mit China angesichts der nach wie vor äußerst strikten Covid-Schutzmaßnahmen im Land behandelt.

Teilnehmerinnen bei einer Kaffeepause auf der Dachterrasse der berlin-brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Doch auch bei hochkarätiger Besetzung und fantastischen Vorträgen dürfte vielen ehemaligen Teilnehmern wohl vor allem der informelle Teil des Programms im Gedächtnis bleiben. Hier sahen  sich Stipendiaten mitunter zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt wieder. Wer bereit ist, für 16 Monate in einem weit entfernten, unbekannten Land zu leben, üblicherweise ohne nennenswerte Sprachkenntnisse bei der Ankunft, der hat für gewöhnlich eine gewisse Weltoffenheit und Abenteuerlust in sich. Und so bieten die Lebenswege von S&P Alumni üblicherweise sehr spannenden Gesprächsstoff für langgezogene Abende in den chinesischen Restaurants Berlins. Man munkelt zudem, dass sich nach Ende der vom Alumnivereins organisierten Abendessen eine beträchtliche Gruppe von Chinakennern in guter Tradition in Richtung einer Karaokebar aufmachte.

Es lässt sich festhalten, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg war und sowohl zur Vernetzung innerhalb der Alumnigemeinschaft als auch zur Wahrnehmung von S&P als einer wichtigen Institution für den Erwerb und die Weitergabe von Chinakompetenz beigetragen hat. Möglich gemacht haben die Veranstaltung im Kern vor allem der Vorstand des S&P China Alumnivereins in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des DAAD in Bonn, Berlin und vor allem Peking. Besonderer Dank gebührt hier Isabell Weber, Nils Naumann, Ruth Schimanowski, Linus Meister und Melanie Späthe.

Wir danken allen, die geholfen haben, dieses Wiedersehen zu ermöglichen, aber auch allen, die der Einladung gefolgt sind und sowohl Programm wie auch Begleitprogramm mit Leben gefüllt haben.

Auf weitere 25 Jahre und neugierige Stipendiaten und Stipendiatinnen.! Zai Jian!