
Die deutsch-chinesischen und europäisch-chinesischen Beziehungen werden durch eine Vielzahl von Akteuren unterschiedlichster Art geprägt. So gibt es zahlreiche Institutionen, Projekte und Einzelpersonen, die sich hiermit auseinandersetzen und einen Beitrag leisten. Gerade neuen Stipendiat*innen möchten wir an dieser Stelle einen kurzen Überblick geben über Informationsquellen zu den aktuellen politischen deutsch-chinesischen Beziehungen. Einige der hier genannten Institutionen bieten gelegentlich auch Praktika an. Die Auswahl der hier aufgeführten Organisationen, Institutionen und Programme ist nicht abschließend.
- Staatliche Institutionen, internationale Organisationen, und Handelskammern
Auswärtiges Amt:
Mit der Botschaft in Peking sowie Generalkonsulaten in Chengdu, Kanton, Shanghai, Shenyang und Hong Kong ist das Amt gleich an mehreren Orten in China vertreten und führt vor Ort Veranstaltungen durch. Jährlich finden in Peking die Großveranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit sowie der Deutsche Weihnachtsbasar statt.
EU Delegation in China
Neben den individuellen Botschaften der Mitgliedstaaten hat auch die Europäische Union (EU) eine Delegation in Peking. Die Hauptaufgabe der Delegation besteht in der Koordinierung der Politik der Mitgliedstaaten sowie der Gestaltung von EU-Politik gegenüber China, sofern diese in die Kompetenzbereiche der EU fällt. Teil der Aktivitäten der EU-Delegation sind unter anderem regelmäßige öffentliche Vorträge und Veranstaltungen zu europäisch-chinesischen Themen, wie es insbesondere im Jahr 2025 der Fall war, in dem die EU und China das 50-jährige Bestehen ihrer Beziehungen feierten.
GIZ Büro Peking:
Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH führt unterschiedliche Kooperationsprojekte für die Bundesregierung durch. Hervorzuheben sind hier beispielsweise die deutsch-chinesische Umweltpartnerschaft und die deutsch-chinesische Kooperation zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Darüber hinaus erstellen Praktikanten monatlich einen internen China-Ticker, den auch Außenstehende anfragen können.
Deutsch-Chinesisches Zentrum für nachhaltige Entwicklung:
Im Mai 2017 eröffnete das deutsch-chinesische Zentrum für nachhaltige Entwicklung im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Peking. Es soll in erster Linie Projekte in Drittländern identifizieren, die China und Deutschland gemeinsam umsetzen. Darüber hinaus soll das Zentrum den Wissenstransfer zwischen unseren doch sehr unterschiedlichen Ansätzen in der Entwicklungszusammenarbeit fördern und Möglichkeiten zur Einbeziehung auch deutscher Unternehmen ausloten.
Asian Infrastructure and Investment Bank (AIIB)
Die Aufgaben der AIIB umfassen unter anderem die Finanzierung nachhaltiger Infrastrukturprojekte, die Förderung regionaler wirtschaftlicher Integration sowie die Unterstützung von Wachstum, Konnektivität und Entwicklung in Mitgliedsländern umfassen. Mit Sitz in Peking bietet die AIIB ab 2026 ein Global Internship Programme an.
AHK China
Die AHK Greater China ist Teil des weltweiten Netzwerks der deutschen Auslandshandelskammern und unterstützt deutsche sowie chinesische Unternehmen beim Markteintritt, beim Geschäftsausbau und bei bilateraler Kooperation in China. Mit Standorten u. a. in Shanghai, Peking, Guangzhou und Hongkong arbeitet sie an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft.
European Chamber of Commerce
Die European Chamber of Commerce in China vertritt die Interessen europäischer Unternehmen in China. Mit Büros u. a. in Peking, Shanghai, Nanjing, Shenyang, Guangzhou und Chengdu bietet sie ihren Mitgliedern politische Interessenvertretung, Marktanalysen, sektorale Expertise und ein breites Netzwerk innerhalb der europäischen und chinesischen Wirtschaft.
- Forschung und Think Tanks
Mercator Institute for China Studies (MERICS):
MERICS ist ein 2013 gegründetes Institut der gegenwartsbezogenen und praxisorientierten China-Forschung mit Sitz in Berlin. MERICS ist mit knapp 35 Mitarbeitern weltweit eines der größten unabhängigen Institute für Forschung und Wissensvermittlung über das China von heute. Die Forschung konzentriert sich auf Internationale Beziehungen, Wirtschaft, Innenpolitik, Gesellschaft und Europäische China-Politik. Auf der Webseite finden sich eine Vielzahl an Analysen und Berichte zu China und den deutsch-chinesischen Beziehungen. Auch kann man sich für den 14-täglich erscheinenden Newsletter „MERICS China Update“ einschreiben.
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP):
Die DGAP ist ein Netzwerk und eine Denkfabrik für Außenpolitik, die eine eigene Rubrik zu China unterhält. Sie veröffentlicht zweimonatlich die Fachzeitschrift Internationale Politik.
European Council on Foreign Relations
Der European Council on Foreign Relations (ECFR) ist ein pan-europäischer Think Tank mit Büros in mehreren europäischen Hauptstädten, dessen Ziel in der Förderung einer gesamteuropäischen außenpolitischen Debatte besteht. Das Asien-Programm enthält auch einen dezidierten Fokus auf China-Themen, insbesondere mit Blick auf Fragen europäischer Souveränität und Strategie gegenüber China.
The German Marshall Fund:
Der German Marshall Fund of the United States ist eine unabhängige US-amerikanische Stiftung mit Sitz unter anderem in Berlin,, die sich der Förderung der transatlantischen Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft widmet. Das Indopazifik-Programm umfasst auch Forschungsaktivitäten zu China sowie trilaterale Dialogformate (EU-US-China).
GIGA Institut für Asien-Studien:
Das GIGA Institut für Asien-Studien analysiert auf Initiative des Deutschen Bundestages und des Auswärtigen Amtes die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen vor Ort. Regionaler Schwerpunkt ist unter anderem Greater China. Das Institut gibt die Zeitschrift Journal of Current Chinese Affairs heraus.
Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP):
Die SWP in Berlin ist Trägerin des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit, das vor allem den Deutschen Bundestag in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik berät und eine hohe Publikationsauflage vorweist. Die Forschungsgruppe Asien deckt China mit ab.
Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Außenstelle Peking:
Die Außenstelle Peking hat in der kulturellen Kooperation Deutschlands mit China eine wichtige Brückenfunktion. Ihre Arbeiten entsprechen dem langfristigen Ziel des DAI, Ostasien intensiver als bisher in transregionale Studien zu übergeordneten Fragestellungen einzubeziehen.
3. Medien, Kultur und Sprache:
Deutsche Welle (DW):
Die Deutsche Welle (DW) ist der Auslandssender Deutschlands. In journalistischer Unabhängigkeit vermittelt DW ein umfassendes Deutschlandbild, stellt weltweite Ereignisse und Entwicklungen auch in Bezug auf China aus europäischer Perspektive dar und greift deutsche und andere Sichtweisen auf. So fördert DW das Verständnis zwischen den Kulturen und Völkern. Zugleich schafft DW einen Zugang zur deutschen Sprache.
Goethe-Institut:
Das Goethe-Institut ist ein gemeinnütziger Verein mit Hauptsitz in München und hat die Aufgabe, die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland zu fördern, die internationale kulturelle Zusammenarbeit zu pflegen und ein umfassendes, aktuelles Deutschlandbild zu vermitteln.
Konfuzius-Institute:
Das Konfuzius-Institut trägt mit seiner Arbeit zur Pflege der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit bei und hat sich in den letzten Jahren als wichtige Kultur- und Sprachinstitution auch im Berliner Raum etablieren können. Es steht für eine kompetente und breite Sprachausbildung, ist eine wichtige Plattform für interkulturellen Austausch, und bietet ein attraktives kulturelles und anspruchsvolles wissenschaftliches Programm.
Deutsch-Chinesisches Mediennetzwerk e.V.:
Das Deutsch-Chinesische Mediennetzwerk e.V. wurde 2011 von Alumni des Journalisten-Austauschprogramms „Medienbotschafter China – Deutschland“ gegründet. Der Verein möchte den Austausch zwischen chinesischen und deutschen Journalisten dauerhaft vertiefen. Das Netzwerk organisiert regelmäßig öffentliche Veranstaltungen in Deutschland und China, u.a. die Vortrags- und Diskussionsreihe “Same same or different?”, die den Journalismus und die Mediensysteme in beiden Ländern zum Thema hat.
- Politische Stiftungen
Heinrich Böll Stiftung – Büro in Peking:
Themenschwerpunkte: Ökologie und nachhaltige Entwicklung, Klimawandel und Energiepolitik, soziale Entwicklungen, Globalisierung und Chinas Rolle in Global Governance.
Friedrich Ebert Stiftung – Büro Peking und Shanghai:
Themenschwerpunkte: Gesellschaft und Politik, Nachhaltiges Wachstum, Soziale Gerechtigkeit und Gewerkschaften sowie Internationale Beziehungen.
Rosa Luxemburg Stiftung – Büro Peking:
Themenschwerpunkte: Ungleichheit, Staat und Demokratie, Gesellschaftliche Alternativen und Internationale Beziehungen.
Konrad Adenauer Stiftung – Büro Peking und Shanghai:
Themenschwerpunkte: Wirtschaft, Globalisierung, Umwelt, Energie und Urbanisierung.
Berliner Büros/ Hauptsitze der politischen Stiftungen
Die meisten politischen Stiftungen (neben den oben genannten auch die liberale Friedrich-Naumann-Stiftung, die kein Büro in China unterhält) verfügen in ihren Berliner Büros bzw. ihrem Hauptsitz ebenfalls über außenpolitische Abteilungen, die eng mit den Landesbüros zusammenarbeiten. Ihr Fokus liegt in der Regel auf der politischen Analyse, der Förderung des politischen Austausches, und der Unterstützung lokaler Aktivitäten.
- Nachwuchsförderung
Sinonerds:
Sinonerds ist eine „Community von jungen, kreativen Menschen, die sich für eine verbesserte Kommunikation zwischen dem chinesischsprachigen Osten und dem deutschsprachigen Westen einsetzen.“ Mit ihrer Informationsplattform wird ein informativer (und unterhaltsamer) Überblick sowie ganz praktische Tipps für in China wohnhafte Ausländer gegeben. Auch hier besteht die Möglichkeit sich für einen Newsletter anzumelden. Es handelt sich um eine „Mitmachplattform“ bei der S&P-Stipendiaten willkommen sind. Wir legen Euch diese Community ganz besonders ans Herz!
Alexander-von-Humboldt-Stiftung:
Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine Stiftung der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Forschung. Sie fördert Wissenschaftskooperationen zwischen ausländischen und deutschen Forschern, so beispielsweise das jährliche Sino-German Frontiers of Science Symposium in Zusammenarbeit mit der Chinese Academy of Social Sciences (CASS).
European Guanxi
Die Organisation European Guanxi hat sich zum Ziel gesetzt, jüngeren und gesamteuropäischen Perspektiven bessere Sichtbarkeit in der politischen Debatte zu geben. Interessierte können Artikelvorschläge direkt einreichen und an Netzwerkveranstaltungen (virtuell und in Person) teilnehmen.
Young China Watchers
Young China Watchers (YCW) ist eine globale Community junger China-Interessierter und China-Expert*innen in 10 Städten, darunter Berlin, Peking und Shanghai. YCW organisiert regelmäßig lokale Events, verfügt über ein Mentoring-Programm, und führt Essay-Wettbewerbe durch.
(Stand: 9. Januar 2026)
