Institutionen im Bereich Internationale Beziehungen und nachhaltige Entwicklung

 

Die deutsch-chinesischen Beziehungen werden durch eine Vielzahl von Akteuren unterschiedlichster Art geprägt. So gibt es zahlreiche Institutionen, Projekte und Einzelpersonen, die sich hiermit auseinandersetzen und einen Beitrag leisten. Gerade neuen Stipendiaten möchten wir an dieser Stelle einen kurzen Überblick geben über Informationsquellen zu den aktuellen politischen deutsch-chinesischen Beziehungen. Die Auswahl der hier aufgeführten Organisationen und Programme ist nicht abschließend. An Bedeutung gewinnt derzeit insbesondere die bilaterale Kooperation im Bereich nachhaltiger Entwicklung.

 

  1. Staatliche Institutionen und Entwicklungsorganisationen

 

Auswärtiges Amt:

Mit der Botschaft in Peking sowie Generalkonsulaten in Chengdu, Kanton, Shanghai, Shenyang und Hong Kong ist das Amt gleich an mehreren Orten in China vertreten und führt vor Ort Veranstaltungen durch. Jährlich finden in Peking die Großveranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit sowie der Deutsche Weihnachtsbasar statt. Seit einigen Jahren veranstaltet die Botschaft in regelmäßigen Abständen einen Klimadialog mit spannenden Vorträgen.

 

GIZ Büro Peking:

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH führt unterschiedliche Kooperationsprojekte für die Bundesregierung durch. Hervorzuheben sind hier beispielsweise die deutsch-chinesische Umweltpartnerschaft und die deutsch-chinesische Kooperation zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Darüber hinaus erstellen Praktikanten monatlich einen internen China-Ticker, den auch Außenstehende anfragen können.

 

Deutsch-Chinesisches Zentrum für nachhaltige Entwicklung:

Im Mai 2017 eröffnete das deutsch-chinesische Zentrum für nachhaltige Entwicklung im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Peking. Es soll in erster Linie Projekte in Drittländern identifizieren, die China und Deutschland gemeinsam umsetzen. Darüber hinaus soll das Zentrum den Wissenstransfer zwischen unseren doch sehr unterschiedlichen Ansätzen in der Entwicklungszusammenarbeit fördern und Möglichkeiten zur Einbeziehung auch deutscher Unternehmen ausloten.

 

  1. Forschung, Presse und Think Tanks

 

Mercator Institute for China Studies (MERICS):

MERICS ist ein 2013 gegründetes Institut der gegenwartsbezogenen und praxisorientierten China-Forschung mit Sitz in Berlin. MERICS ist mit knapp 35 Mitarbeitern weltweit eines der größten unabhängigen Institute für Forschung und Wissensvermittlung über das China von heute. Die Forschung konzentriert sich auf Internationale Beziehungen, Wirtschaft, Innenpolitik, Gesellschaft und Europäische China-Politik. Auf der Webseite finden sich eine Vielzahl an Analysen und Berichte zu China und den deutsch-chinesischen Beziehungen. Auch kann man sich für den 14-täglich erscheinenden Newsletter „MERICS China Update“ einschreiben.

 

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP):

Die DGAP ist ein Netzwerk und eine Denkfabrik für Außenpolitik, die eine eigene Rubrik zu China unterhält. Sie veröffentlicht zweimonatlich die Fachzeitschrift Internationale Politik.

 

Robert Bosch Stiftung „China im Gespräch“:

China im Gespräch“ ist als Veranstaltungsreihe zwar für das Berliner Publikum konzipiert, doch werden Berichte und Analysen zu aktuellen Fragestellungen auch auf der Webseite publiziert.

 

The German Marshall Fund:

Der German Marshall Fund of the United States ist eine unabhängige US-amerikanische Stiftung, die sich der Förderung der transatlantischen Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft widmet. Er widmet sich zunehmend auch den Beziehungen zu China und stellt in seinen Rubriken Asia Program und China goes West Policy Papers bereit.

 

GIGA Institut für Asien-Studien:

Das GIGA Institut für Asien-Studien analysiert auf Initiative des Deutschen Bundestages und des Auswärtigen Amtes die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen vor Ort. Regionaler Schwerpunkt ist unter anderem Greater China und das Institut gibt die Zeitschrift Journal of Current Chinese Affairs heraus.

 

Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP):

Die SWP in Berlin ist Trägerin des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit, das vor allem den Deutschen Bundestag in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik berät und eine hohe Publikationsauflage vorweist. Die Forschungsgruppe Asien deckt China mit ab.

 

Deutsche Welle (DW):

Die Deutsche Welle (DW) ist der Auslandssender Deutschlands. In journalistischer Unabhängigkeit vermittelt DW ein umfassendes Deutschlandbild, stellt weltweite Ereignisse und Entwicklungen auch in Bezug auf China aus europäischer Perspektive dar und greift deutsche und andere Sichtweisen auf. So fördert DW das Verständnis zwischen den Kulturen und Völkern. Zugleich schafft DW einen Zugang zur deutschen Sprache.

 

Frank Sieren:

Frank Sieren, 49, Korrespondent, Bestseller-Autor und Dokumentarfilmer, lebt seit zwei Jahrzehnten in China. Er ist Kolumnist für das HANDELSBLATT. Die LONDON TIMES nennt ihn einen »maßgeblichen Chinakenner Deutschlands«.

 

  1. Kultur und Sprache:

 

Goethe-Institut:

Das Goethe-Institut ist ein gemeinnütziger Verein mit Hauptsitz in München und hat die Aufgabe, die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland zu fördern, die internationale kulturelle Zusammenarbeit zu pflegen und ein umfassendes, aktuelles Deutschlandbild zu vermitteln.

 

Konfuzius-Institute:

Das Konfuzius-Institut trägt mit seiner Arbeit zur Pflege der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit bei und hat sich in den letzten Jahren als wichtige Kultur- und Sprachinstitution auch im Berliner Raum etablieren können. Es steht für eine kompetente und breite Sprachausbildung, ist eine wichtige Plattform für interkulturellen Austausch, und bietet ein attraktives kulturelles und anspruchsvolles wissenschaftliches Programm.

 

  1. Politische Stiftungen

 

Heinrich Böll Stiftung – Büro in Peking:

Themenschwerpunkte: Ökologie und nachhaltige Entwicklung, Klimawandel und Energiepolitik, soziale Entwicklungen, Globalisierung und Chinas Rolle in Global Governance.

 

Friedrich Ebert Stiftung – Büro Peking und Shanghai:

Themenschwerpunkte: Gesellschaft und Politik, Nachhaltiges Wachstum, Soziale Gerechtigkeit und Gewerkschaften sowie Internationale Beziehungen.

 

Rosa Luxemburg Stiftung – Büro Peking:

Themenschwerpunkte: Ungleichheit, Staat und Demokratie, Gesellschaftliche Alternativen und Internationale Beziehungen.

 

Konrad Adenauer Stiftung – Büro Peking und Shanghai:

Themenschwerpunkte: Wirtschaft, Globalisierung, Umwelt, Energie und Urbanisierung.

 

  1. Besonderes

 

Sinonerds:

Sinonerds ist eine „Community von jungen, kreativen Menschen, die sich für eine verbesserte Kommunikation zwischen dem chinesischsprachigen Osten und dem deutschsprachigen Westen einsetzen.“  Mit ihrer Informationsplattform wird ein informativer (und unterhaltsamer) Überblick gegeben sowie ganz praktische Tipps für in China lebende, bspw. Podcasts. Auch hier besteht die Möglichkeit sich für einen Newsletter anzumelden. Es handelt sich um eine „Mitmachplattform“ bei der S&P-Stipendiaten willkommen sind. Wir legen Euch diese Community ganz besonders ans Herz!

 

Alexander-von-Humboldt-Stiftung:

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine Stiftung der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Forschung. Sie fördert Wissenschaftskooperationen zwischen ausländischen und deutschen Forschern, so beispielsweise das jährliche Sino-German Frontiers of Science Symposium in Zusammenarbeit mit der Chinese Academy of Social Sciences (CASS).

 

Deutsch-Chinesisches Mediennetzwerk e.V.:

Das Deutsch-Chinesische Mediennetzwerk e.V. wurde 2011 von Alumni des Journalisten-Austauschprogramms „Medienbotschafter China – Deutschland“ gegründet. Der Verein möchte den Austausch zwischen chinesischen und deutschen Journalisten dauerhaft vertiefen. Das Netzwerk organisiert regelmäßig öffentliche Veranstaltungen in Deutschland und China, u.a. die Vortrags- und Diskussionsreihe “Same same or different?”, die den Journalismus und die Mediensysteme in beiden Ländern zum Thema hat.

 

Stiftung Mercator Zukunftsbrücke: Chinese-German Young Professional Campus:

Die Zukunftsbrücke ist ein elitäres Dialogformat, das jährlich je 15 deutsche und chinesische Nachwuchsführungskräfte aller Sektoren zu einem intensiven Dialog zusammen bringt. Das Programm richtet sich an Deutsche und Chinesen zwischen 28 und 38 Jahren, die bereits heute an verantwortungsvollen Schaltstellen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Zivilgesellschaft positioniert sind und die Zukunft der bilateralen Beziehungen aktiv mitgestalten wollen. Das jährliche Bewerbungsverfahren für dieses Netzwerk junger Führungskräfte aus China und Deutschland ist kompetitiv.

 

Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Außenstelle Peking:

Die Außenstelle Peking hat in der kulturellen Kooperation Deutschlands mit China eine wichtige Brückenfunktion. Ihre Arbeiten entsprechen dem langfristigen Ziel des DAI, Ostasien intensiver als bisher in transregionale Studien zu übergeordneten Fragestellungen einzubeziehen.

 

(Stand: 19. April 2018)

 

Ein Gedanke zu „Institutionen im Bereich Internationale Beziehungen und nachhaltige Entwicklung

  • April 23, 2018 um 7:22 am
    Permalink

    Auf die Liste der Institutionen im Bereich Internationale Beziehungen und nachhaltige Entwicklung (https://spchina.de) gehört m.E. auch die AHK, evtl. unter einer eigenen Rubrik „Wirtschaft“: „Die AHK Greater China, als Teil des weltweiten AHK-Netzwerkes, ist die Schlüsselorganisation für die Vertretung deutscher Interessen im Auftrag der deutschen Bundesregierung in China. Mit fünf Hauptbüros sowie acht weiteren Büros in Greater China und Deutschland repräsentiert sie deutsche Unternehmensinteressen und setzt sich für den Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ein.“ http://china.ahk.de/de/

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